Archiv für die Kategorie „FDP“

Früher Friends of Gerd, heute WIR FÜR FRANK

Samstag, 18. Juli 2009

Unter der Bezeichnung WIR FÜR FRANK – WählerInneninitiative für Frank-Walter Steinmeier trommeln derzeit diverse SPD-Mitglieder und Steinmeier-Sympathisanten für Frank-Walter Steinmeier. Ralf Thies, einer der führenden Initiatoren, ist allerdings kein Unbekannter. Zuletzt warb er mit der Initiative Friends of Gerd für Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) und dessen menschenverachtende Agenda-Politik. Schon damals waren die Slogans, welche für Schröder sprechen sollten, falsch:

Wir wollen die Fortsetzung der Reformpolitik mit sozialem Maß, darum Gerhard Schröder.

Wer sich heute die prekäre Lage vieler ALG2-Empfänger und armer Familien anschaut, wo die Kinder noch nicht einmal vor der Schule ein Frühstück bekommen, empfindet diesen Slogan als Spott gegenüber den Betroffenen. Aber so ist sie, die rechte Mischpoke in der SPD: Die Menschen und deren Bedürfnisse jenseits Schröders ominöser “Neuer Mitte”, insbesondere unterhalb derselben,  interessieren nicht mehr. Diese Menschen finden nur noch bei der Linkspartei Gehör und nur DIE LINKE gibt diesen Menschen noch eine Stimme.

Als Teil der Schröder-Gang, also den devoten Führungsköpfen rund um Guido Westerwelle Gerhard Schröder (SPD), ist Frank-Walter Steinmeier für mich ebenso unwählbar wie Merkel und Westerwelle. Denn meines Erachtens steht er für eine Fortsetzung des unter Schröder mit der Agenda 2010 begonnenen Sozialraubs und einer massiven Umverteilung von unten nach oben. Wer sich das Foto zu diesem Artikel bei n-tv.de anschaut, der weiß, wofür Steinmeier steht. Für die Fortsetzung von Gerhard Schröders Agenda-Politik Marke Bertelsmann:

Kurz nach dem Wahlsieg 1998 und der Regierungsübernahme pilgerten Gerhard Schröder und Joschka Fischer nach Gütersloh und statteten dort ihren Dank ab. Jeder Wahlsieger weiß, wem er viel zu verdanken hat, ob er nun Schröder oder Merkel heißt. Bertelsmann kann mit allen.

Frank-Walter Steinmeier hat schon sein Buch “Mein Deutschland – Wofür ich stehe” bei Bertelsmann veröffentlichen lassen und ich bin mir sicher, dass er nach der Bundstagswahl im Falle einer Regierungsbeteiligung der SPD ebenso in Gütersloh aufschlagen würde. Aber wer CDU-Politik will, kann auch gleich das Original wählen anstelle einer Horde zum Wurmfortsatz der CDU degenerierten, rechtsdrehenden “Sozialdemokraten”, die seit Schröder alle sozialdemokratischen Werte verraten und über Bord geworfen haben.

Frank-Walter Steinmeier? – Nein Danke!

Und noch eine CDU-Kampagne gegen DIE LINKE als angebliche Bürgerinitiative unterwegs

Freitag, 17. Juli 2009

Wie die Nachenkeiten heute berichten, läuft im Saarland aktuell eine Kampagne der CDU gegen die Linkspartei, welche sich mal wieder als angebliche Bügerinitiative ausgibt. Dieses schäbige Schmierentheater kennt man ja schon aus Hessen. Unter dem mehr als müden und ausgelutschten Motto “Ich-lasse-mich-nicht-linken” samt der URL www.ich-lasse-mich-nicht-linken.de werden einmal mehr billige und polemische Sprüche über die “SED-Nachfolgepartei” verbreitet, weil es an Argumenten und Inhalten, welche man dem Programm der Linkspartei entgegensetzen könnte, in der CDU immer noch fehlt. Die verlogene Flucht-Legende gegen Oskar Lafontaine darf da natürlich auch nicht fehlen:

Oskar Lafontaine hat sich immer wieder von der politischen Verantwortung gedrückt. Seine Glaubwürdigkeit ist durch das wiederholte Eintreten für völlig gegensätzliche Positionen verloren gegangen. Demagogie, Klassenkampf, Populismus und unbezahlbare Versprechungen führen immer zur Spaltung unserer Gesellschaft und richten dabei großen Schaden an.

Merkwürdig. Einzig DIE LINKE warnt aktuell vor Steuergeschenken und fordert eher noch  Steuererhöhungen für hohe Einkommen und große Vermögen, lediglich CDU und FDP versprechen ihrer Klientel mal wieder neue Steuersenkungen. Die CDU geht seit geraumer Zeit überall damit hausieren, dass die aktuellen Ministerposten für Arbeit, Finanzen usw. von der SPD besetzt seien und man mit der Politik in diesen Ressorts ja so gaaar nichts zu tun habe. Ist es das, was in der CDU als politische Verantwortung und Glaubwürdigkeit bezeichnet wird?

Wo Oskar Lafontaine wiederholt für gegensätzliche Positionen eingetreten sein soll, weiß man wohl nur als CDU-Mitglied aus dem Saarland, wie es Günter Klein und Marianne Niederländer sind, die zum Vorstand des Pseudo-Vereins gehören. Gemäß meiner Erinnerung war es Oskar Lafontaine, der eben nicht wendehälsig Gerhard Schröders Raubzug gegen die sozial Schwachen und Hilfebedürftigen (Agenda 2010 inklusive Hartz-Gesetzen) mittragen wollte und deshalb die SPD verlassen hat. Meines Wissens war es Oskar Lafontaine, der schon vor Jahren strengere Regeln für die Finanzmärkte forderte, mit denen uns die aktuelle Krise entweder komplett erspart geblieben wäre oder diese uns weniger stark getroffen hätte. So what?

Demagogie, Klassenkampf, Populismus und unbezahlbare Versprechungen sind im aktuellen Wahlkampf vielmehr das Metier der bürgerlichen Parteien (CDU / CSU, FDP) und der vom rechten Flügel dominierten SPD, welche inzwischen zu einem Wurmfortsatz der CDU degeneriert ist und jetzt vor der Bundestagswahl erneut ein paar Mal links blinkt und nach der Wahl für ein paar schicke Pöstchen sicher wieder kein Problem damit haben wird, immer wieder rechts abzubiegen.

Aber DIE LINKE im Saarland reagiert auf diese weitere Schmutzkampagne der CDU souverän:

Unterdessen hat der Landesvorsitzende der Linken, Rolf Linsler, die Initiative “Ich-lasse-mich-nicht-linken” als “Unternehmerkampagne” bezeichnet. Die Linke trete für ein Verbot von Parteispenden durch Unternehmen, Wirtschaftsverbände, Banken oder Versicherungen ein. Denn Hartz-IV-Empfänger, Rentner und Arbeitnehmer könnten keine solche Kampagne finanzieren, so Linsler.

Wer ist da wohl glaubwürdiger? Die geheuchelte Bürgerinitiative aus dem Dunstkreis der Partei der Kofferträger, Ganoven-Ehrenworte und brutalstmöglichen Lügner Aufklärer oder Rolf Linsler von der Linkspartei? Offenbar hat es die CDU aufgegeben, die Masse der Menschen durch ein entsprechendes politisches Pogramm zu erreichen und greift deshalb so oft zu als Bürgerinitiativen getarnten Diffamierungskampagnen gegen politische Gegner. Und das ist ebenso billig wie erbärmlich und verlogen.

Wofür steht Frank-Walter Steinmeier (SPD)?

Sonntag, 3. Mai 2009

Diese Frage, wofür Frank-Walter Steinemeier steht, versuchte er in seinem Buch Frank-Walter Steinmeier – Mein Deutschland: Wofür ich stehe zu beantworten. Ich gebe zu, ich habe das Buch, welches beim Bertelsmann-Verlag veröffentlicht wurde, weder gekauft noch gelesen. Denn die 19,95 Euro wären für dumpfes Wahlkampfgetöse eindeutig überteuert gewesen, wie man den Rezensionen entnehmen kann. Dass ein Rezensent für dieses dümmliche Selbstbeweihräucherungs-Pamphlet 5 Sterne vergeben hat, könnte Folge von Realitätsverzerrung oder Auftragsrezension sein. Jedenfalls würde ich die knapp 20 Euro eher Obdachlosen in die Hand drücken anstatt damit ein Buch zu kaufen, das erstens bei der neoliberalen Propagandafabrik Bertelsmann erschienen ist und zweitens von einem so kritik- und profillosen Gerhard Schröder- und Agenda 2010-Anhänger wie Frank-Walter Steinmeier verfasst wurde.

Auch Frank-Walter Steinmeier selbst scheint unter einer problematischen Selbst- und Realitätswahrnehmung zu leiden, denn ihm gehört Deutschland nicht und es würde ihm selbst dann niemals gehören, wenn er einmal – was genügend Wähler der Linkspartei verhindern mögen – Bundeskanzler von Deutschland würde. Aber es ist ja seit einigen Legislaturperioden leider üblich, dass das politische Führungspersonal nicht mehr den Menschen in Deutschland dient, sondern vorrangig daran interessiert ist, sich selbst und politische Entscheidungen, die zu häufig schon zu einem Schaden für unser Land führten,  meistbietend an Wirtschaftslenker und Lobbyisten zu verhökern. Ganz gleich, ob die Ära Helmut Kohl mit der mehr als unrühmlichen Parteispendenaffäre der CDU, die nie wirklich aufgearbeitet wurde, oder das Wirken von Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) und seiner rot-grünen Truppe pöstchengeiler Ja-Sager, die heute zahlreich lukrative Pöstchen in der Wirtschaft bekleiden, die Menschen unseres Landes stehen bei solchen politischen Egomanen schon lange nicht mehr im Mittelpunkt. Denn auch Schröder stand der Bertelsmann-Stiftung nahe, wie z.B. Wikipedia zu berichten weiß:

Die Stiftung behauptet, dass die Bundesrepublik Deutschland ab dem Jahre 2010 nicht mehr dazu in der Lage sein werde, für Renten, Krankenkosten oder Arbeitslosigkeit im bis dahin getragenen Maße aufzukommen. Der von 1998 bis 2005 amtierende Bundeskanzler Gerhard Schröder ließ sich, ebenso wie die ihn 2005 ablösende Bundeskanzlerin Angela Merkel, des Öfteren von seiten der Stiftung beraten. Viele der Forderungen fanden Eingang in Schröders Agenda 2010 und schlugen sich im ALG II nieder.

Wir können davon ausgehen, dass das, wofür Frank-Walter Steinmeier steht, der gleiche neoliberale und menschenverachtende Schrott sein wird, den sein Parteikollege Gerhard Schröder unter Rot-Grün an unserem Land und an den Menschen in Deutschland verbrochen hat. Woher denn wohl die Bezeichnung Agenda 2010 kommt? Exakt, von den unhaltbaren Behauptungen der Bertelsmann-Stiftung, die als Schröders Einflüsterer fungiert haben dürfte, während dieser skrupellos Millionen Menschen in Deutschland per Gesetz entrechten und verarmen ließ.

Sollte Frank-Walter Steinmeier Bundeskanzler werden, wird die Bertelsmann-Stiftung wohl weiter ihre neoliberale Propaganda und andere marktradikale Lügen verbreiten, den demografischen Weltuntergang für das Jahr 2020 verkünden und wir haben schneller eine Agenda 2020 mit der Agenda 2010 ähnlichen oder gar verschärften Inhalten auf dem Tisch im Kanzleramt liegen als wir “nachgelagerte Korruption” sagen können. Aber wer auch nur rudimentär des Denkens mächtig ist, wird sich ausrechnen können, dass die ganzen sozialen Versprechnungen der SPD im Wahlkampf solange nicht einlösbar sein werden, wie sich die SPD-Parteiführung einer Koalition mit der Linkspartei verschließt. In einer Ampelkoalition würde die FDP gegen Mindestlöhne und eine angemessenere Belastung großer Einkommen intervenieren, in einer Neuauflage der Großen Koalition hätte die SPD gegen die CDU ebenso von vornherein keine Chance mit solchen Themen zu Rande zu kommen.

Fazit: Die SPD zu wählen ist zwecklos, wer ein soziales Deutschland will, sollte DIE LINKE wählen!

Niemand wird SPD wählen – schön wär’s!

Sonntag, 26. April 2009

Seit die SPD ihre dümmlichen Slogans unters Volk gebracht hat, mit denen sie unter anderem gegen DIE LINKE zu schießen versucht, kursiert auch folgende Grafik im Netz:

Niemand wird SPD wählen.

Offenbar handelt es sich dabei um eine Reaktion der JuLis Thüringen auf die albernen SPD-Plakate. Inzwischen ist die gleiche Grafik auch auf vielen Sites der CDU / CSU und ihrer Jugendorganisation JU zu finden. Allerdings ohne zu bemerken, dass man sich damit selbst ins Knie schießt. Denn wenn man der SPD Inhaltsleere unterstellen kann und das kann man mit Recht, so kann man dies auch bei der CDU / CSU tun, da die SPD ja mittlerweile zu einer Art CDU mit rotem Logo mutiert ist, die im aktuellen Wahlkampf zwecks Stimmenfang links blinkt um nach der Wahl mit Schröder- und Agenda 2010-Anhängern wie Franz Müntefering und Frank-Walter Steinmeier weiterhin im Stil von CDU/CSU und FDP Politik gegen die Schwachen der Gesellschaft zu machen, so dass immer und immer wieder Arbeitgeber, Spekulanten und Bankster beschenkt werden können.Kurzum, weder die SPD noch die CDU / CSU oder FDP glänzen derzeit durch Inhalte, die von den Massen gefordert und unterstützt würden. Die Rückkehr zu mehr sozialer Gerechtigkeit,   Sozialdemokratie und tatsächlich sozialer Marktwirtschaft ist einzig mit der Linkspartei wählbar.

Aber nehmen wir einmal die Slogans der SPD unter die Lupe:

  • Dumpinglöhne würden CDU wählen
    Oder SPD. Denn die SPD hat weder ihrem eigenen Antrag noch dem Antrag der Linkspartei zur Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zugestimmt, obwohl sie ihn zuvor selbst gefordert hatte. Klassischer Fall von links blinken und rechts abbiegen.
  • Finanzhaie würden FDP wählen
    Oder SPD. Denn die hat schließlich unter Gerhard Schröder Hedgefonds zugelassen, Spekulanten und Großverdiener immer wieder begünstigt und den unseligen Public Private Partnership-Abzockereien weiteren Vorschub geleistet.
  • Heiße Luft würde DIE LINKE wählen
    Eher die SPD. Denn im Gegensatz zur Linkspartei ist die SPD mit ihrem angeblich neu entdeckten Sozialgewissen absolut unglaubwürdig. In der SPD dominiert seit Gerhard Schröder der rechte Flügel, während linker Flügel und Basis entmachtet wurden. Dieser rechte Flügel der SPD könnte aber inhaltlich problemlos mit der CDU und FDP fusionieren.

Wir sehen also, dass die SPD mit nichts als heißer Luft und Versprechen, die sie eh nicht einhalten wird, in den Wahlkampf geht. Wer mehr soziale Gerechtigkeit und Sozialdemokratie will, kann also nur DIE LINKE wählen. Die SPD hat bei diesen Themen hingegen spätestens seit Gerhard Schröder und der Machtergreifung des rechten Flügels  abgedankt und kann abtreten.

Warum wählen Sie die Linkspartei?

Sonntag, 19. April 2009

DIE LINKE wird vom bürgerlichen Lager gerne dämonisiert und verteufelt als wollte sie die DDR wiedereinführen und wäre persönlich für jede Untat der Stasi verantwortlich. Das ist natürlich kompletter Unsinn, denn schließlich unterstellt ja auch niemand der CDU / CSU, dass sie den Nationalsozialismus wiedereinführen wollte oder für alle Naziverbrechen verantwortlich sei, weil diverse Altnazis in diesen Parteien Unterschlupf gefunden hatten. Dieser Umstand wird im bürgerlichen Lager aber lieber verschwiegen, schließlich will man ja mit Dreck werfen, aber nicht selbst schmutzig werden.

Deshalb fordere ich alle Leser, die bei der Bundestagswahl 2009 auch die Linkspartei wählen wollen, zu einem so genannten Testimonial auf, in dem sie begründen, warum sie die DIE LINKE wählen werden und / oder warum andere Parteien für Sie nicht mehr wählbar sind.

Senden Sie mir Ihr Testimonial einfach per Formular oder Mail zu. Es wird dann unter Angabe Ihres Namens und Wohnortes in der Kategorie Testimonials veröffentlicht, wobei Ihr Nachname auf Wunsch auf den Anfangsbuchstaben verkürzt wird.

Das Wahlprogramm der SPD und was davon übrig bleiben wird

Freitag, 3. April 2009

Bei n-tv.de ist aktuell das Wahlprogramm der SPD zu finden, welches mit dem Untertitel “Viele Versprechen” versehen ist. Wieviel von diesen Versprechen  angesichts der Vorherrschaft des rechten Flügels der SPD (Seeheimer Kreis & Co. ) davon übrig bleiben wird, können wir als unter Gerhard Schröder mehrfach betrogene Wähler uns schon jetzt denken. Links blinken und rechts abbiegen wird ein weiteres Mal die Devise sein. Deshalb nehme iczh das Programm nachfolgend einmal auseinander.

STEUERN: Senkung des Eingangssteuersatzes von 14 auf 10 Prozent ab 2010. Anhebung des Kinderfreibetrags um 200 Euro. Bonus von 300 Euro (Verheiratete 600 Euro) für Beschäftigte, die auf eine Steuererklärung verzichten. Anhebung des Spitzensteuersatzes von 45 auf 47 Prozent ab einem Einkommen von 125 000 Euro (250 000 Euro für Verheiratete). Einführung einer Börsenumsatzsteuer von 0,5 Prozent (in Sonderfällen 1,5 Prozent) des Kurswertes zugunsten von Investitionen in Bildung.

Eine Senkung des Eingangssteuersatzes subventioniert das Lohndumping der Wirtschaft, welches auf Grund des fehlenden gesetzlichen Mindestlohns und der unter Rot-Grün massiv gesenkten Höhe von Lohnersatzleistungen (Hartz-Gesetze, ALGII etc.) möglich wurde. Für jeden, der beispielsweise täglich zur Arbeit pendelt, ist der 300 Euro-Bonus nachteilig und greift nicht. Die Anzahl der Personen, auf welche die entsprechende Regelung zutreffen würde, dürfte marginal gering sein. Weiterhin stellt sich die Frage, warum man nun den Sppitzensteuersatz um 2 Prozentpunkte erhöhen will, nachdem man ihn unter Kanzler Gerhard Schröder erst von über 50 Prozent auf knapp über 40 Prozent heruntergeprügelt hatte. Eine Börsenumsatzsteuer von 0,5 bis 1,5 Prozent ist mehr als halbherzig und angesichts der Jagd nach der 25%-Rendite an den Kapitalmärkten lächerlich. Angebracht wäre wäre eine Höhe von mindestens 5 % oder gar eine Höhe zwischen ermäßigtem und normalem Mehrwertsteuersatz.

WIRTSCHAFT/VERKEHR: Verpflichtung der Unternehmen im Aktiengesetz auf das Gemeinwohl. Stimmrecht für Aktionäre erst nach einjähriger Haltefrist ihrer Wertpapiere. Frauenquote von 40 Prozent in Aufsichtsräten. Keine Teilprivatisierung der Bahn bis mindestens 2014.

Wozu braucht es eine Verpflihtung der Unternehmen im Aktiengesetz auf das Gemeinwohl, wenn es doch schon im Grundgesetz den Grundsatz “Eigentum verpflichtet” gibt, welchen man nur angemessen anwenden müßte? Eine konkrete Ausgestaltung gibt es dazu noch nicht. Eine Frauenquote von 40% in den Aufsichtsräten wird zwar unzählige bestenfalls durchschnittlich qualifizierte Feministinnen ob der zu erwartenden Einkommen in Verzückung versetzen, aber man sollte nicht vergessen, warum Frauen oftmals nicht Vorstand oder Aufsichtsrat werden. Ihnen ist beispielsweise Familie wichtiger oder sie haben nicht die notwendige Qualifikation erworben. Es ist für ein Unternehmen wenig förderlich, wenn der Aufsichtsrat nach unsinnigen Quotenregelungen besetzt werden muss und nicht nach Qualifikation. In Norwegen hatte man mit einer ähnlichen Regelung zu kämpfen, welche zu einem mittleren bis großen Chaos führte.  Viele Unternehmen begegneten diesem Unfug durch eine Änderung der Gesellschaftsstruktur hin zu Modellen, wo kein Aufsichtsrat notwendig ist. Solange man im Übrigen nicht begreift, dass die Privatisierung der Bahn in Gänze oder in Teilen ein bürgerfeindlicher Schwachsinn ist, sollte man sich zum Thema Verkehrspolitik besser geschlossen halten.

ARBEIT: Durchsetzung des allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns. Keine Abstriche beim Kündigungsschutz. Staatliche Zuschüsse für Geringverdiener in Form eines Kinderzuschlags in Verbindung mit dem Wohngeld, um erwerbstätige Eltern zu fördern. Ausbildungsgarantien für über 20-Jährige ohne Schulabschluss.

Gesetzlicher Mindestlohn – hahaha! Wieso hat die SPD dann gegen entsprechende  eigene Anträge und Mindestlohn-Anträge der Linkspartei gestimmt? Immerhin will man den Kündigungsschutz behalten – wie innovativ! Zuschüsse für Geringverdiener sind letztlich wieder nur eine Form der Umverteilung von unten nach oben, bei der die Arbeitnehmer von der Pflicht zur Zahlung eines der Arbeit und der Menschenwürde angemessenen Gehalts entbunden werden und die Steuerzahler die verbleibende Zeche zahlen. Die genannten Ausbildungsgarantien dürften einmal mehr wieder primär auf Qualifizierungsmaßnahmen der Arbeitsagentur hinauslaufen, deren Teilnehmer im Arbeitsmarkt sowieso  häufig stigmatisiert werden, so dass sie erwerbslos bleiben, wenn das Praktikum oder der Vertrag mit der  Zeitarbeitsfirma des Bildungsanbieters abgelaufen ist. Zudem dürfte es sich – wie bisher – wieder nur um Ausbildungen auf niedrigem Niveau handeln, also vorrangig  z.B. Kraftfahrer, Lagerarbeiter und dergleichen. Ein angemessener Druck auf die Wirtschaft zur Schaffung einer ausreichender Zahl Ausbildungsplätze, die auch Alt-Bewerber berücksichtigt, darf von der sozialdemokratischen Arbeitgeberpartei SPD in diesem Fall wohl nicht erwartet werden.

BILDUNG: Senkung der Schulabbrecherzahlen um jährlich zehn Prozent. Schüler-Bafög ab der 11. Klasse. Flächendeckender Ausbau von Ganztagsschulen. Verbindliche vorschulische Sprachförderung. Keine Studiengebühren.

Wie will man denn die Zahl der Schulabbrecher senken, die häufig vor allem durch ihre Familien sozial belastet, sprich arm sind? Warum ein Schüler-Bafög erst ab der 11. Klasse und nicht generell ab der Sekundarstufe zwei bzw. eine Verwendung in der Form, dass die Schüler keine Bücher und Klassenfahrten mehr bezahlen müßten und in Schulmensen gesundes Frühstück und Mittagessen kostenlos abgegeben wird? Gerade in Ganztagsschulen muss eine solche Verpflegung gewährleistet sein. Und wer hat denn die Einführung von Studiengebühren vielfach mitgetragen? Genau, die SPD!

FAMILIE: Beim Elterngeld vier statt bisher zwei “Vätermonate”. Ausweitung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung vom ersten Geburtstag an. Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz.

Zwei statt vier Vätermonate, damit die Väter länger aus dem Job sind und auch eher arbeitslos werden können? Ganztagsbetreuung und Kinderrechte im Grundgesetz werden schon länger diskutiert, mehr aber auch nicht.

RENTE: Teilrente ab 60 Jahren. Verlängerung der geförderten Altersteilzeit bis 2015. Verbesserungen für ältere Beschäftigte bei Rente mit 67. Einbeziehung von “Scheinselbstständigen” in die Rentenversicherung.

Mit der Altersteilzeit werden erneut die Arbeitgeber beschenkt, die auf diesem Wege auf Kosten der Steuerzahler die höheren Gehälter älterer Arbeitnehmer für die Arbeitnehmer subventionieren. Die Rente mit 67 wird hingegen nicht als Irrweg erkannt und rückgängig gemacht. Eine Rentenversicherung, in die generell alle verpflichtend einzahlen, ist nicht geplant.

GESUNDHEIT/PFLEGE: Höhere Finanzierung der Krankenversicherung durch Steuermittel. Einbeziehung der privaten Krankenversicherung in den Gesundheitsfonds. Bezahlter Freistellungsanspruch von zehn Tagen pro Jahr für nahe Angehörige von Pflegebedürftigen.

Wenn die Krankenversicherung durch Steuermittel subventioniert wird, ist dies auch vor allem wieder eine Subventionierung der Arbeitgeber zu Lasten der Steuerzahler. Die Abschaffung der privaten Krankenversicherung bei gleichzeitiger Pflichtversicherung für alle – der einzig trag- und zukunftsfähige Weg -  ist hingegen nicht geplant.

UMWELT: Festhalten am Atomausstieg. Bis 2030 soll die Hälfte der Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie kommen. Bau neuer Kohlekraftwerke.

Viel Geplänkel, aber was werden wohl der Energieversorger-Lobbyist Wolfgang Clement (SPD) und seine Kumpanen dazu sagen?

AUFBAU OST: Festhalten am Solidarpakt bis 2019. Angleichung des Rentensystems zwischen Ost und West.

Angesichts der Erfahrungen in den vergangenen Jahren ist davon auszugehen, dass in der Tat eine Angleichung des Rentensystems zwischen Ost und West erfolgen soll. Aber wahrscheinlich nicht in der Form, dass die Ost-Renten den Renten im Westen angepasst werden, sondern dass das Rentensystem weiter zerstört wird, dass die Renten sich in Ost und West auf einem niedrigeren Level als heute einpendeln.

INNERES: Volksentscheide auf Bundesebene. Kommunales Wahlrecht für Nicht-EU-Bürger. Erleichterungen beim Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft. Einleitung eines NPD-Verbotsverfahrens. Gleichstellung eingetragener gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften mit der Ehe.

Ja ja, Volksentscheide – ein beliebtes Wahlkampfthema, das noch von keiner Partei ernsthaft angegangen wurde und auch von der SPD ist das nicht zu erwarten. Die NPD zuu verbieten könnte sich bei dem aktuellen Finanzdebakel dieser Partei bald erübrigt haben. Aber ein bisschen Gesetzes-Kosmetik für Nicht-EU-Bürger und gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften.

ÄUSSERES/BUNDESWEHR: Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland. Umwandlung der Wehrpflicht in ein Freiwilligen-Einberufungssystem.

Als ob der Parteirechte Steinmeier den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland mitmachen würde – ich lach mich schlapp. Und die Umwandlung der Bundeswehr zu einer Freiwilligen-Armee ist auch ein gerne aufgegriffenes Thema durch alle Parteien, wenn man ein wenig Populismus betreiben will.

Fazit

Das Gros des Wahlprogramms der SPD beschränkt sich auf ein bisschen Kosmetik an den verheerenden Agenda 2010-Gesetzen, massiver weiterer Subventionierung der Arbeitgeber und ein wenig Populismus bei Themen wie Volksentscheiden und Wehrpflicht. Der Rest kann positiv wie negativ erfolgen – z.B. Stichwort Rente – und im Zweifelsfall wird die SPD-Führung jammern, dass man in dieser oder jener Koalition halt dieses oder jenes nicht habe durchsetzen können. Aber woran liegt dies denn? Dies liegt daran, dass sich die SPD – getrieben von ihrem rechten Flügel – von der Linkspartei abgrenzt und sich damit regierungsfähigen Koalitionsoptionen versperrt. Ob in einer großen Koalition oder in einer Ampelkoalition, weder die CDU noch die FDP wird es zulassen, dass es in Deutschland wieder sozial gerechter zugeht. Sie haben ihre Klientel – Industrie, Arbeitgeber, Freiberufler, Finanzwirtschaft und Spekulanten -  zu bedienen, da zählen Arbeitnehmer oder gar die Empfänger von sozialen Leistungen nicht.

Solange die SPD sich einer Koalition mit der Linkspartei verschließt, können alle sozialen Versprechungen nur als Lügen, Nebelbomben und nächster geplanter Wählerbetrug bezeichnet werden. Da geht es nicht mehr um Inhalte, sondern nur noch um die Gier nach Macht und das Sichern lukrativer Pöstchen in der Regierung und in der Privatwirtschaft. SPD-Granden wie z.B.  Gerhard Schröder, Wolfgang Clement und Otto Schily haben es ja vorgemacht.  Eine solche SPD hat keine Stimme von verantwortungsvollen und sozial eingestellten Menschen verdient. Wenn die SPD nicht mit der SPD will, muss man die Verhältnisse eben umkehren. Machen wir die Linkspartei zur neuen Volkspartei und geben wir ihr so viel Zustimmung, dass sie der potentiell stärkere Koalitionspartner werden könnte.  Vielleicht gelingt es so, die SPD wieder in die richtigte Richtung zu führen und von der Vorherrschaft des rechten Flügels zu befreien. Andernfalls kann die SPD abtreten und ihr rechter Flügel zur CDU und FDP wechseln.